Warum Loyalität der Puffer ist, wenn Vertrauen allein nicht ausreicht

Ganz provokative Frage an Sie: Wo ist die Loyalitätslücke in Ihrem Unternehmen? Wie steht es um Ihre Unternehmenskultur?


Vielleicht kennen Sie solche Situationen auch? Sie haben jahrelang im vertrauensvollen Team zusammengearbeitet – und plötzlich kommen Umstrukturierungen oder andere Herausforderungen dieser Größenordnung und verunsichern die Menschen. Wenn dann, selbst wenn das Vertrauen zwischen einzelnen Menschen funktioniert, dieses Vertrauen aber nicht auf das gesamte System übertragbar ist, dann ist Loyalität gefragt! Damit meine ich diese Form der Loyalität, in der die Menschen Ihnen und Ihrem Unternehmen treu bleiben, auch wenn noch nicht ersichtlich ist, wohin der Weg am Ende des Tunnels führt.


Loyalität ist das Bindemittel, das Unternehmen zusammenhält.


Loyalität kann Team zusammenhalten und Führungskräften den Rücken stärken. Und gerade, wenn Sie diesen Artikel als Führungskraft lesen, lade ich Sie ein, immer wieder über die Loyalität in Ihrem Team nachzudenken.


Insbesondere mit der Loyalität der oder dem direkten Vorgesetzten gegenüber scheint sich der durchschnittliche deutsche Arbeitnehmende schwer zu tun. Das haben schon diverse Studien ergeben und wie heißt es so veranschaulichend: Man beginnt die Arbeit bei einem Unternehmen und man verlässt einen Arbeitsplatz meistens aufgrund der mangelhaften Beziehung zum direkten Vorgesetzten. 


Das online Stellenportal monster.de hat einmal die Frage gestellt: Wem gegenüber sind Sie auf der Arbeit am loyalsten? Ca. 19 % fühlten sich ihrem Unternehmen verpflichtet, 32 % ihrem Team. Mit der höchsten Prozentzahl von 33 % antworteten die Befragten „Mir selbst gegenüber“. Diese Umfrage macht deutlich, dass sich am Arbeitsplatz oftmals jeder selbst der Nächste ist. Demgegenüber bedeutet eine loyale Einstellung zum Unternehmen, dass man sich aufrichtig und fair gegenüber Vorgesetzten und Kollegium verhält und eigene Ziele nur dann verfolgt, wenn sie nicht im Widerspruch zu den Unternehmenszielen stehen.


Was heißt im Gegenzug illoyales Verhalten? Meines Erachtens ist illoyales Verhalten keine Sache eines materiellen Wertes. Wenn in einem Unternehmen beispielsweise die Regelung gilt, dass Büroartikel nicht zu privaten Zwecken genutzt werden dürfen, handelt es sich um illoyales Verhalten, egal, ob es sich um einen entwendeten Kugelschreiber oder einen ganzen Drucker handelt. Was ich häufig beobachte: Viele Firmen kommunizieren ihre Regeln nicht klar (genug). Was gilt im Betriebsalltag? Das heißt, Arbeitgeber tun grundsätzlich gut daran, Verhaltenskodexes und Richtlinien so transparent und deutlich zu machen, so dass möglichst kein Interpretationsspielraum offenbleibt.


Leistungsverweigerung und üble Nachrede sind die größten Schadenverursacher


Wenn wir nach der Loyalitätslücke im Unternehmen suchen, dann sind aus meiner Erfahrung heraus Leistungsverweigerung und üble Nachrede die größten Schadenverursacher. Das bedeutet, wenn Mitarbeitende zu narzisstischem Verhalten neigen oder Sonderrechte für sich selbst einfordern, dann ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass der Mensch sich in bestimmten Situationen illoyal verhält. 


Das macht Integrität zu einem sehr wichtigen Persönlichkeitsfaktor in der Zusammenarbeit. Wenn Sie an Ihre Teammitglieder denken: Wie steht es um deren Integrität – Ihnen und dem Unternehmen gegenüber? Aus meiner Sicht sind Integrität und Ehrlichkeit sehr eng miteinander verknüpft. Mitarbeitende, die wenig Arbeitsbereitschaft zeigen, nörgeln oder Schuldige suchen, zeigen wenig Integrität und schummeln sich aus meiner Beobachtung heraus auch sonst gern durchs Leben. 


In diesem Zusammenhang wird deutlich: Wenn wir es mit integeren Persönlichkeiten in unserem Team zu tun haben, so haben wir tendenziell eine viel höhere Chance, eine loyale Kultur miteinander zu leben. Denn Loyalität ist eine innere Haltung, die sich aufbauen muss und dann im Verhalten ausdrückt. Einerseits bringt dafür jede:r Einzelne persönliche Eigenschaften mit und andererseits braucht es dafür eine Vertrauensbasis, damit sich Loyalität entwickeln und entfalten kann. Über die Zeit wird sich also gemeinsam von der Vertrauenskultur zur loyalen Kultur weiterentwickelt.


Gerade jetzt ist sozialkompetente Kommunikation gefragt


Natürlich gibt es für eine loyale Kultur auch immer situative Faktoren, zu denen Arbeitgeber ebenfalls beitragen müssen. Kultur baut grundsätzlich auf dem Miteinander auf, erst die Wechselseitigkeit macht sie tragfähig. Fusionen, verschlankte Abteilungen – noch dazu schlecht kommunizierte, befristete Arbeitsverträge etc. tun ihr Übriges, um Angestellte zu verunsichern und das geht natürlich zu Lasten der Loyalität und des gesamten Beziehungskontos. 


Gerade jetzt ist es wichtig zu verstehen, dass auch die Menschen, die in den letzten Monaten die Erfahrung machen mussten, dass langjährige Kolleginnen und Kollegen plötzlich wegrationalisiert werden, zutiefst erschüttert und hinsichtlich ihres Arbeitsplatzes verunsichert sind. Sie müssen gerade jetzt aufgefangen werden – emotional, sozial und besonders kommunikativ.


Ihr Weg zur loyalen Führung


Wenn Sie in Ihrem Unternehmen diese fundierte Sozialkompetenz in der Führung wünschen, lade ich Sie ein, den Zertifikatslehrgang ‚Loyale Führung (IHK)‘ kennenzulernen, in den Führungskräfte methodisch angereichert und über ein halbes Jahr im Praxistransfer begleitet werden, um ihre Führung auf ein neues Level zu heben.

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