Fünf Jahre nach meinen ersten beiden Büchern zu Loyalität im Arbeitsleben nehme ich mich erneut des Themas an - und mache es zur Chefsache. So lautet auch der Titel: Chefsache Loyalität. Mein neues Werk erscheint im Frühsommer im Springer Gabler Verlag.
Besonders freue ich mich über die persönlichen Worte von Peter Buchenau, dem Herausgeber der Buchreihe Chefsache. Lesen Sie schon hier und heute sein Statement dazu.
Loyalität ist kein Zufall. Sie ist eine bewusste Entscheidung – und vor allem: Chefsache.
In meiner eigenen Laufbahn durfte ich erfahren, welche Kraft Loyalität entfalten kann. In all meinen beruflichen Stationen, insbesondere in meinen Führungsaufgaben in amerikanisch geprägten Organisationen, war Loyalität für mich nie nur ein Schlagwort, sondern ein gelebtes Führungsprinzip. Loyalität zu meinen Vorgesetzten, zu meinen Teams und zu den Unternehmen, für die ich Verantwortung tragen durfte. Diese Haltung hat mich nicht nur geprägt, sondern mir auch den Weg bis in höchste Führungsebenen eröffnet. Nicht, weil Loyalität Gefolgschaft bedeutet, sondern weil sie Vertrauen schafft – und Vertrauen ist die eigentliche Währung wirksamer Führung.
Gerade im internationalen Kontext habe ich gelernt: Loyalität ist kein blinder Gehorsam. Sie bedeutet, auch dann hinter Entscheidungen zu stehen, wenn sie herausfordernd sind, Verantwortung zu übernehmen, wenn es unbequem wird, und das gemeinsame Ziel über persönliche Befindlichkeiten zu stellen.
Gleichzeitig setzt echte Loyalität voraus, dass Führungskräfte ihren Mitarbeitenden mit derselben Verlässlichkeit, Klarheit und Wertschätzung begegnen, die sie selbst erwarten. Loyalität ist keine Einbahnstraße – sie entsteht im wechselseitigen Vertrauen.
In Zeiten des Wandels, der Transformation und des permanenten Neustarts wird Loyalität zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor. Strategien können angepasst, Strukturen verändert und Prozesse optimiert werden – doch ohne loyale Menschen, die an die gemeinsame Richtung glauben, bleibt jede Veränderung brüchig. Loyalität zeigt sich besonders dann, wenn es schwierig wird: in Restrukturierungen, bei kulturellen Veränderungen oder in Phasen großer Unsicherheit. In solchen Momenten orientieren sich Mitarbeitende an ihren Führungskräften. Sie beobachten genau, ob Worte und Handlungen übereinstimmen, ob Werte nur formuliert oder tatsächlich gelebt werden.
Aus meiner Erfahrung ist Loyalität eng mit Haltung verbunden. Führungskräfte, die Loyalität erwarten, müssen sie selbst vorleben: durch Verlässlichkeit, durch transparente Kommunikation, durch klare Entscheidungen und durch den Mut, auch in schwierigen Situationen zu ihren Teams und zu ihrem Unternehmen zu stehen. Loyalität entsteht dort, wo Menschen sich ernst genommen fühlen, wo Sinn vermittelt wird und wo Führung Orientierung gibt.
Dieses Buch versteht Loyalität deshalb als zentrale Führungsaufgabe. Nicht als eingeforderte Selbstverständlichkeit, sondern als Ergebnis konsequenter, werteorientierter Führung. Es geht darum, wie Führungskräfte Vertrauen aufbauen, Bindung stärken und eine Kultur schaffen, in der Loyalität wachsen kann – aus Überzeugung, nicht aus Pflichtgefühl.
Meine eigene Laufbahn hat mir gezeigt: Loyalität zahlt sich langfristig aus – für Organisationen ebenso wie für Führungskräfte.
Sie schafft Stabilität in unsicheren Zeiten, fördert nachhaltigen Erfolg und bildet das Fundament für starke, belastbare Teams. Wer Loyalität versteht und bewusst gestaltet, legt den Grundstein für echte Führungswirksamkeit.
Loyalität beginnt bei der Führung. Sie ist Haltung, Verantwortung und tägliche Entscheidung zugleich. Kurz gesagt: Loyalität ist Chefsache.
Peter Buchenau - Chefsache-Herausgeber


