Sozialkompetenz in der Führung: Wie viel Einfühlungsvermögen darf sein?

Heute möchte ich auf die vielen Machtspiele eingehen, die in Firmen und Organisationen ständig stattfinden, auch wenn wir uns manchmal eigentlich gar nicht an ihnen beteiligen wollen. Denn sich nicht an ihnen zu beteiligen, heißt leider nicht, dass der Ausgang von Machtspielen keine Konsequenzen für uns hätte. Also bleibt uns in meinen Augen für einen glimpflichen Ausgang nur, uns selbst aktiv einzuschalten und für unsere Interessen einzustehen.

 

Was aber, wenn wir mit einem hohen Einfühlungsvermögen ausgestattet sind? Gerade in diesem Fall, wer darauf bedacht ist, einvernehmliche Lösungen anzustreben, muss hier gut mit den eigenen Ressourcen umgehen können. Gerade, wer sich des inneren Antreibers „Tue anderen einen Gefallen!“ bewusst ist, sollte sich selbst und die eigenen Bedürfnisse im Konfliktfall oder bei Machtrangeleien im Blick behalten. Diese wunderbare soziale Kompetenz mit so viel positiver Kraft kann sich nämlich leider auch düster und (selbst-) zerstörerisch zeigen. Diese Eigenschaft, die besonders in der horizontalen Kommunikation dafür sorgt, dass alle ihr Gesicht wahren können, kann dem Einen oder der Anderen durchaus das Leben schwermachen. Mein Tipp: Seien Sie sich Ihres inneren Harmoniebedürfnisses besonders in herausfordernden Beziehungen zu anderen Menschen bewusst. 

 

Wer trotz einer solchen Ausgangsposition mit stark ausgeprägtem Einfühlungsvermögen eine Führungs- und damit Machtposition anstrebt, bei dem hängt der Erfolg maßgeblich davon ab, dass er oder sie gut für sich selbst sorgen kann. Es geht praktisch darum, ein klares und absichtliches Gegengewicht zum selbstlosen Verhalten zu entwickeln. Dieser ausgleichende Faktor ist die Reflexion mit der daraus resultierenden Haltung: Jetzt bin ich dran! Das kann um Interessen gehen, um Schlagfertigkeit und Durchsetzungsvermögen anstelle von Nachgiebigkeit oder einfach ums Grenzen setzen. Nicht umsonst raten Stewardessen, zuerst sich selbst die Sauerstoffmaske aufzusetzen, bevor anderen geholfen wird. Diese deutliche Haltung dient nicht nur jedem selbst, sondern dem Wohle aller und nach meiner Erfahrung ist noch niemand, der ein starkes Einfühlungsvermögen hat, aufgrund dieser Selbstkompetenz zum Egozentriker geworden.

 

Ich finde, dass es ein schönes Gefühl ist, Menschen zu führen. Wenn ich in meinem Fall davon spreche, dann handelt es sich heute ja um Auftraggeber, Seminarteilnehmer, Kooperationspartner oder einzelne Führungsmenschen, die auf freiwilliger Basis zu mir kommen. Ich empfinde es als große Wertschätzung, wenn mir das Vertrauen zur Zusammenarbeit geschenkt wird und ich in diesem Zusammenhang Menschen führen darf. Und ich weiß auch, wie anstrengend es werden kann, wenn die Energie über einen langen Zeitraum in andere Menschen investiert wird. Deshalb ist es mir heute so wichtig, dass sich jeder seiner inneren Haltung gewahr wird. Besonders für Menschen in Führung und Verantwortung ist es von ausschlaggebender Bedeutung, sich trotz Entscheidungsdruck, trotz mancher Rivalitätsspiele, trotz aller möglichen Sachzwänge nicht zu vernachlässigen und bei sich selbst zu bleiben. Ich habe Folgendes gelernt: Mein wichtigster Kunde: bin ich selbst. Meine wichtigste Vorgesetzte: bin ich selbst. Die entscheidende Instanz für meine Lebensqualität und meinen beruflichen Erfolg: bin ich selbst.

 

In diesem Sinn möchte ich Sie dazu einladen, auch einmal bei sich selbst Einkehr zu halten. Sich selbst wieder denken, fühlen und atmen spüren und Einfühlungsvermögen sich selbst gegenüber zu haben. Gerade heute! 

 

Falls Sie jetzt spüren, dass Sie gern einmal einen objektiven Überblick über Ihre sozialen Eigenschaften und Ihre Selbstkompetenz hätten, dann zögern Sie nicht, diesen online gestützten Test zu machen, der Ihnen valide und reliable Daten über Ihre sozialen Eigenschaften durch einen DIN-zertifizierten Prozess gibt. Gern werten wir dessen Ergebnisse im Realitätsabgleich miteinander aus, damit Sie den größten Nutzen daraus ziehen!
 

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