Auf welche Führungsqualitäten kommt es heute an?

Roberto Wendt ist seit über 20 Jahren im Verkauf und Marketing tätig. Als Inhaber der mittelständischen Marketingagentur Vertriebscockpit mit über 20 Mitarbeitern berät er Unternehmen vom Start-up bis hin zu internationalen Playern. In den Gebieten Marketing und Vertrieb hat er zwei Bücher beim Verlag SpringerGabler veröffentlicht und wird für Vorträge bei Wirtschaftsverbänden, IHK, Universitäten und anderen Institutionen gebucht. Aktuell führt er ein professionelles Geschäftsnetzwerk mit über 150 Firmen und berät diese zu den Themen Marketing und Vertrieb.

Sie beraten seit vielen Jahren Führungskräfte und Vertriebler. Wie können Personalverantwortliche Ihrer Meinung nach ihre Führung verbessern?


Indem sie sich klar darüber werden, was ihr persönliches Ziel und/oder das des Unternehmens ist. Darüber hinaus sollten sie ihre Schwächen kennen und demzufolge Menschen einstellen, die sowohl der Erfüllung des Zieles dienen – und bei denen die Zielerfüllung ebenfalls konform mit den eigenen Zielen ist - und die ihre Schwächen ausgleichen. Kurz gesagt, den Mut zu haben, Mitarbeiter einzustellen und zu führen, die ideale Ergänzungen sind.



Welchen Fettnäpfchen müssen Unternehmer und Führungskräfte heute aus dem Weg gehen? Worauf sollten sie achten?


Unternehmer und Führungskräfte sollten in jeder Hinsicht Vorbild sein und genau festlegen, nach welchen Werten sie führen wollen. Diese Werte des Handelns sollten dann auch im Gespräch mit Bewerbern abgefragt werden, denn eine gute Zusammenarbeit funktioniert nur, wenn alle in der gleichen Wertewelt unterwegs sind.


Ich empfehle, den Mut zu haben, Mitarbeiter einzustellen, die in vielen Bereichen besser sind als man selbst. Und die auch kritisch sind. Oftmals werden Menschen eingestellt, die einem ähnlich sind – unbewusst natürlich – aber ein solches Team ohne Reibung sorgt nicht dafür, dass man sich weiterentwickelt. Ich halte es für wichtig, darauf achten, dass sich alle Mitarbeiter weiterentwickeln und das auch einzufordern. Jeder Mitarbeiter sollte jedes Jahr mindestens eine Weiterbildung absolvieren. Ob das aktiv von den Mitarbeitern kommt, oder man das initiieren muss, sagt schon selbst sehr viel über die andere Person aus.



Wie kann die Unternehmenskultur über Generationen, Herkunfts- und Bildungshintergrund hinweg am besten gesteuert werden?


Gemischte Teams, in jeder Hinsicht. So haben die Erfahrungen gezeigt, dass Teams, deren Altersstruktur maximal 10 Jahre auseinanderlagen, wesentlich besser zusammen arbeiten, da das Verständnis der Themen unter den Generationen wesentlich einfacher zu „übersetzen“ ist. Darüber hinaus sollten in internationalen Teams auch die Nationen vertreten sein, mit denen man arbeitet. So ist die Ansprache in der jeweiligen Kultur wesentlich einfacher und die Gefahr für Fettnäpfchen weit geringer. Wenn Mitarbeiter selbst aus den Nationen stammen, honorieren das die Kunden mit einer hohen Zuverlässigkeit, da diese sich in dem Umfeld sicher fühlen.



Welche Rolle spielt die interne Kommunikation dabei?


Eine sehr große: Denn trotz aller Toleranz, allem Verständnis und Erlernen der Kulturen, hat jeder, der in einer Kultur arbeitet, in der er nicht geboren wurde, schwerer sich zurecht zu finden. Das Wertesysteme der Familie fehlt einfach. Darum ist es bei internationalen Kunden mit Sitz in den Ursprungsländern sehr hilfreich,  Mitarbeiter einzustellen, die aus eben dieser Herkunft kommen. Außerdem schult es ein Unternehmen, wenn in den Meetings Englisch als Korrespondenzsprache gesprochen wird. Das macht gerade bei neuen Mitarbeitern noch mehr Lust auf Karriere.

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