Wie wollen junge Menschen für die Ausbildung begeistert werden?

Nicole Nienaß-Koppe schloss nach Ihrem Abitur eine Ausbildung zur Integrationspädagogin und ein Studium der Sozialpädagogik/Sozialwesens und des Rechtswesens ab. Seitdem arbeitet sie im Bereich des Karrierecoachings, der beruflichen Orientierungsberatung, Studienberatung und Weiterbildungsberatung, seit 2012 selbstständig bei Nienaß & Kron GbR.

Nicht nur der Druck auf dem Fachkräftemarkt ist gestiegen. Immer mehr Unternehmen fehlen Auszubildende, um ihren Nachwuchs zu stärken. Wie müssen Unternehmen auf diesen gewandelten Arbeitsmarkt reagieren?


Gerade für die Nachwuchsgewinnung ist es wichtig, dass Unternehmen lernen, andere Medien zu nutzen. Vor allem digitale Medien, also auch die sozialen Netzwerke, Youtube und Smartmedien. Wer zukünftig ein fähiges Team haben will, muss sich heute öffnen für andere Kulturen und Altersstrukturen. Aufgrund des gesellschaftlichen Wandels geht es nicht mehr anders.



Selbst der Weg bis zur eingehenden Bewerbung ist ein Prozess. Welche Form der Kandidatenansprache empfehlen Sie?


Wichtig ist vor allem, dass sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer persönlich und auf Augenhöhe begegnen. Ob das live bei Messen oder digital in den sozialen Medien stattfindet, ist zweitrangig.



Welche langfristigen Schritte sollten Unternehmen Ihrer Meinung nach gehen, um langfristig ihren Mitarbeiterbedarf zu decken?


Ich halte es für wichtig, auch und gerade den Menschen eine Chance geben, die keinen perfekten und geraden Lebenslauf haben. In Wechseln und Veränderungen steckt schließlich ein enormes Entwicklungspotenzial, das sich positiv auf den Charakter und die Fähigkeiten eines Menschen auswirken. Das gilt auch für Personen, die über den zweiten Bildungsweg einmünden möchten.

Innerhalb von Unternehmen plädieren wir dafür, Nachwuchskräfte und Fachkräfte regelmäßig weiterbilden und fortbilden zu lassen. Unsere Zeit ist so schnelllebig, dass wir auf permanentes Dazulernen nicht verzichten können.

Um dem heutigen Lebenswandel Rechnung zu tragen, wird es darüber hinaus immer wichtiger, Homeoffice und flexiblere Arbeitszeiten anzubieten.

           


Welche Herausforderungen sehen Sie dabei in der Führung und Mitarbeiterkommunikation?


Wir empfehlen regelmäßige Feedbackgespräche mit Nachwuchskräften und Fachkräften. Diese Interviews eignen sich dazu, die Karriere- und Unternehmensziele auf einen Nenner zu bringen. Gleichzeitig können Perspektiven aufgezeigt und über den Weg dahin aufgeklärt werden.

Arbeitsbereiche erweitern sich durch mehr dezentrale Strukturen und Arbeit in Netzwerken. Dafür ist es wichtig, mehr Verantwortung und Selbstständigkeit an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abzugeben, damit sie ihren Job gut machen können und lange Entscheidungswege den Prozess nicht aufhalten.

Durch regelmäßig entgegen gebrachte Wertschätzung  auf unterschiedliche Art und Weise (z. B. Teambuilding, Aufmerksamkeiten...) wird das Wir-Gefühl verstärkt und das Engagement der (selbstverantwortlichen) Mitarbeiter auf die Unternehmensziele fokussiert.

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